Wissenschaftlicher Mitarbeiter ETH Zürich

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Atlas der Schweiz

Die Zeiten, in denen zusammengefaltete Landkarten in Schränken vergilben, sind vorbei. Bereits bei seinem ersten Erscheinen im Jahr 2000 hatte der «Atlas der Schweiz – interaktiv» einen überwältigenden Erfolg und etablierte sich national wie international als Spitzenprodukt der Schweizer Kartografie. Mehrere Monate war der viersprachige Atlas die meistverkaufte CD-ROM der Schweiz, zudem erhielt er verschiedene Preise. Wer sich darauf einlässt, die Möglichkeiten eines interaktiven Atlasses auszuloten, vergisst schnell die Zeit. Noch nie war Geomatik, eine Kombination der beiden Wissenschaften Geografie und Informatik, auch für Laien so faszinierend.

Unmengen von Daten

Damit Geländeoberflächen mit Kartenthemen wie zum Beispiel Niederschlag, Verdunstung, Geologie, nationale Schutzgebiete, Bodenbedeckung, Tiere oder Bevölkerungsverteilung über- lagert werden können, müssen Unmengen von Daten gesammelt und aufbereitet werden. So lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Kartenthema und dem Gelände plastisch visualisieren. Komplexe Software-Lösungen ermöglichen Spielereien wie das Einstellen auf eine gewünschte Tageszeit, um eine naturähnliche Szenerie mit entsprechendem Schattenwurf zu erstellen oder Nebel einzublenden.

Menschen hinter den Daten

Patrik Jeller ist einer der Menschen, die mit ihrer Arbeit als Informatiker hinter dem interaktiven Kartenwerk mit einer Vielzahl thematischer Karten stehen. Das Team besteht insgesamt aus drei Entwicklern und drei Redaktoren. Zurzeit arbeitet Patrik Jeller an der Umsetzung des 3D-Teils für die dritte Version des Atlasses der Schweiz. Schwerpunkte sind die Visualisierung eines Geländemodells, die Integration von Vektordaten und Statistiken, die Entwicklung sinnvoller thematischer 3D-Karten und die Programmierung eines Moduls zur Darstellung von Planeten, Sternen und Wolken.

Wolken gestalten

Nehmen wir das Beispiel Wolken. Lange bevor es ans Programmieren geht, bespricht Patrik Jeller das Vorgehen mit seinen Teamkollegen. Wie wollen wir welchen Wolkentyp darstellen? Wie haben andere diese Aufgabe gelöst? Auf welche Module kann man zurückgreifen, was muss man selber entwickeln? Realisierbarkeit und Zeitaufwand werden abgeschätzt, um zu entscheiden, was Sinn macht. Erst dann wird das Modell entworfen und programmiert. Laufend wird getestet und Fehler werden sofort behoben.
Das Programmieren und Testen beansprucht am meisten Zeit. Die direkte Arbeit am Computer überwiegt. Dabei sucht man nach ergänzenden Informationen im Internet oder in Büchern. Der Austausch mit anderen Gruppenmitgliedern ist dabei wichtig.

Patrik Jeller schätzt seine Arbeit sehr: «Der Freiraum ist gross und man kann eigene Ideen entwickeln und umsetzen. Das Resultat der eigenen Arbeit ist in den meisten Fällen sofort sichtbar.»

Patrik Jeller, 30
Dipl. Informatiker FH, Wissenschaftlicher Mitarbeiter ETH Zürich

Laufbahn
Berufslehre als Vermessungszeichner -> Berufsmatura -> Studium der Informatik an der FH Brugg-Windisch -> Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kartografie ETHZ, Projekt Atlas der Schweiz

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