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Erfahrungsbericht ICT-jobs

Das Büro an der Merkurstrasse, in dem Thomas Paszti und sein Team arbeiten, ist sehr klein. Was in diesem Büro geschieht, ist jedoch umso wichtiger. ICT-jobs ist ein Online-Stellenmarkt für ICT-Professionals. Angefangen hat Thomas jedoch mit einer Druckvorstufenfirma. Das war 1993, bevor ich geboren war und bevor ein Handy mehr Rechenleistung erbringen konnte als der Computer, der den ersten Menschen auf den Mond brachte. Thomas ist gelernter Schriftsetzer, und als die ersten Computer für den Normalverbraucher erschwinglich wurden, beschloss er, sich auf einen Zwischenschritt zu spezialisieren. Und zwar belichtete seine Firma Filme so, dass die Daten darauf für die grossen Druckereien weiterverwendbar waren. Der Fortschritt aber liess dieses Verfahren hinter sich und Thomas Firma spezialisierte sich fortan auf die Digitalisierung von Bildern. Durch die rasante Optimierung der Systeme und die Etablierung der Digitalfotografie fiel jedoch auch dieser Arbeitsschritt weg, worauf sich Thomas ganz neu orientierte. Er gründete das mediaforum, eine Plattform im Kommunikations- und Medienbereich für Kleinanzeigen, Firmenverzeichnisse, Stellenanzeigen, Pressespiegel und so weiter. Schnell stellte sich heraus, dass der Stellenmarkt mit Abstand am stärksten frequentiert war. So war 2003 die Plattform medienjobs.ch geboren, die heute schweizweit Marktführer ist.

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Medienszene wurde die IT immer wichtiger. „Dennoch haben viele ITler nichts mit Medien zu tun und überhaupt ist der Markt viel zu heterogen“, erzählt Thomas. Er entschied sich also, eine neue Plattform nur für IT-Berufe zu gründen. Zusammen mit ihrem Partner inside-IT hat Thomas ein Ziel: eine authentische und ehrliche Jobplattform schaffen, ohne fiktive Inserate und CV-Trading, wobei mit Lebensläufen gehandelt wird und der entsprechende Personalberater ein goldenes Näschen verdient. ICT-jobs lebt von den Stelleninseraten, denn die Plattform erhält pro Anzeige ein Entgeld.

ICT-jobs funktioniert nach dem Dating-Plattform-System. Das sogenannte „Profil matching-Tool“ erlaubt ein äusserst detailliertes Bewerbe- und Anforderungsprofil. Das heisst, sowohl die Firma, die inseriert als auch der Jobsuchende können starken Einfluss auf ihr Profil nehmen, denn der Steckbrief äusserst umfassend. Die Stellenanzeigen werden passend auf das Jobprofil eines Individuums gefiltert, so dass wirklich nur diejenigen Jobs angezeigt werden, die perfekt passen. „Das unterscheidet uns stark von anderen Jobplattformen“, sagt Thomas. Bei anderen Anbietern wird man teilweise mit einer Flut von Angeboten überschwemmt, während die Profilinhaber bei ICT-jobs nur dann eine Benachrichtigung erhalten, wenn ein Angebot sich mit ihren Vorstellungen deckt. Da die Benachrichtigungen so präzise und persönlich sind, gibt es viele Nutzer, die ihr Profil nicht löschen, obwohl sie bereits einen Job gefunden haben. So erhalten sie ein permanentes Arbeitsmarktfeedback. Passive oder latente Stellensuchende nennt man diese Nutzer bei ICT-jobs.

ICT-jobs ist also eine Abbildung der Branche und des Arbeitsmarktes. Die Plattform gibt auch eine Weiterbildungsübersicht. Eigentlich wundert sich Thomas, dass die Branche über zu wenige Fachkräfte jammert, denn ICT-jobs befindet sich im stetigen Wachstum. Die Plattform hat letztes Jahr um über 50% an Nutzerzahlen zugelegt. Jobs.ch ist der Hauptkonkurrent, doch fachspezifische Plattformen boomen als Ergänzung. Thomas empfiehlt also allen seinen Kunden (einer der grössten ist die Swisscom), die Inserate sowohl über jobs.ch als auch über ICT-jobs zu buchen. „So erreicht man einfach viel mehr Leute. Ausserdem ist es wichtig, auch eigene Kanäle zu nutzen, wie zum Beispiel soziale Netzwerke oder Jobmärkte auf der eigenen Website.“ ICT-jobs ist trotz der Konkurrenz sehr erfolgreich. Thomas führt das auf die breite Abstützung in fachspezifischen Publikationen und Foren zurück. Zusätzlich arbeitet Thomas mit Plattformen im Ausland zusammen. Und schliesslich würden auch Suchmaschinen wie Google eine zentrale Rolle in der Erfolgsgeschichte von ICT-jobs spielen, da so die meisten Nutzer auf ICT-jobs stossen würden.

Im Moment sind Cloud- und Security-Spezialisten am gefragtesten, ausserdem Java-Entwickler und Informatiker, die Schnittstellenpositionen übernehmen können, da die IT mittlerweile in allen Branchen vertreten ist und immer wichtiger wird. Die Branche ist extrem heterogen und stets im Wandel. Gerade bei neuen Berufsbildern im E-Business und E-Marketing spürt Thomas einen sehr ausgeprägten Fachkräftemangel. Genau da sei es dann wichtig, dass eine Plattform wie ICT-jobs die Informatiker gezielt zu den freien Stellen führt und nicht nach dem Giesskannenprinzip inseriert wird.

Bei Fragen nach der Zukunft der Branche ist Thomas zurückhaltend. Den arbeitslosen Informatikern aus der Generation 50+ empfiehlt er Weiterbildungen, um mit dem sich ständig wandelnden Markt mithalten zu können. Für seine Plattform jedoch sieht er eine rosige Zukunft. Denn eines ist sicher: der Einzug der IT in alle Lebensbereiche ist nicht mehr aufzuhalten.