Projektabschluss

Dieser Beitrag wurde unter A programmer's life abgelegt am von .

Es ist immer ein gutes Gefühl wenn man ein Projekt abschliessen kann an dem man längere Zeit gearbeitet hat. Es fühlt sich einfach genial an, wenn der Moment naht, an dem man nichts mehr verbessern kann.

Dieser Moment, in dem alles so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Man ist zufrieden, der Chef ist zufrieden, der Kunde ist zufrieden, das Programm ist zufrieden (okay, darüber lässt sich streiten ;)) und alles läuft wie geschmiert.

Nichts desto trotz fühlt sich ein Projektabschluss auch wie ein Abschied an. Das Programm, an welchem man so lange gearbeitet hat, an dem man sich teilweise die Zähne ausgebissen hat, sich den Kopf zerbrochen hat, herumgebastelt und nach Fehlern gesucht hat, das man in- und auswendig kennt… man wird unter Umständen nie wieder damit in Berührung kommen…

In vielen anderen Berufen ist dieses Gefühl auch vorhanden, beispielsweise beim Schreiner, welcher von einem Tisch jede einzelne Delle, jede Schraube, jedes Stück Holz, genaustens kennt, ja sogar mit dem Tisch fühlte als er ihn gehobelt und geschliffen hat…

In meinen Augen ist es beim Programmieren jedoch noch etwas intensiver. Ein Programm ist immer wie ein gewisses Abbild der eigenen Gedanken, der eigenen Logik, und damit irgendwie auch ein kleines Abbild seiner selbst. Es ist wie ein Bild welches man in einer Euphorie oder Depression gemalt hat. Es verbindet dich mit einem (kurzen) Lebensabschnitt.

Ich vergleiche diesen Moment immer wieder mit dem Auszug eines erwachsenen Kindes (was häufig ein Grinsen auf die Gesichtern der Zuhörer zaubert und teilweise auch ein enormes Kopfschütteln verursacht xD). Die Eltern haben dem Kind beigebracht zu Leben, auf sich selbst zu schauen, und haben ihm gelehrt, wie man in der Arbeitswelt zurecht kommt. Nun zieht das Kind aus, ist weg von daheim, man hört nicht mehr viel, man bekommt vielleicht entfernt noch etwas mit…

Mit dem Programm ist es halt nur etwas weniger intensiv. Man hat natürlich nicht so viel Zeit damit verbracht und unterm Strich ist es etwas lebloses. Trotzdem habe ich das Gefühl dass es sich irgendwie ähnlich anfühlt…

Schlussendlich ist man einfach glücklich, dass man eine gute Arbeit geleistet hat.

Bye bye mein geliebtes Programm

Auf dass du für immer funktionierst :‘)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.