Informatikunterricht am Gymnasium

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Da die Informatiknote nicht für die Promotion zählte,  mussten wir nicht mehr als physisch anwesend sein. Da mich der Unterricht nicht besonders mitriss, war ich meist auch nicht mehr als physisch anwesend.

Ich kann mich dennoch sehr gut an meinen Informatikunterricht erinnern, da er mir immer unglaublich lang vorkam. Unsere Aufgabe bestand darin, Worddokumente mit lateinischem Text zu füllen und diesen gemäss Vorlage zu formatieren. Auf Word folgte PowerPoint, darauf Excel und dann kam die langersehnte Erlösung vom Informatikunterricht. Ich bin eigentlich kein grundsätzlich desinteressierter Mensch, aber diesen Doppellektionen konnte ich herzlich wenig abgewinnen. Unserer Lehrer war durchaus bemüht, den Unterricht spannender zu gestalten (ich glaube, er fand den Lehrplan auch nicht so toll), deshalb startete er die Stunde immer mit einer kleinen Information zu einem gewissen Thema, zum Beispiel den Energieverbrauch eines Facebookbesuchs oder was Google mit unseren Daten macht. An diese Themen kann ich mich heute noch erinnern, weil es mich wirklich interessierte und ich gerne mehr darüber erfahren hätte. Nach diesen Einleitungen kamen jedoch immer die Worte „Fahren Sie dort weiter, wo Sie stehen geblieben sind.“ Obwohl ich mit den Aufträgen irgendwann fertig wurde, war ich doch irgendwie stehen geblieben, denn gelernt habe ich herzlich wenig.

Ich finde, aktuelle Themen kommen in der Schule grundsätzlich zu kurz, dort könnte die Informatik anknüpfen, gerade weil die Informatik eine junge, offene Branche ist. Am besten hätte mir eine Projektarbeit (in Gruppen) zu einem frei wählbaren Thema entsprochen. So gäbe man den Schülern auch eine Möglichkeit, den Unterricht selber zu gestalten. Hätte ich diese Möglichkeit gehabt, wäre ich in den Informatiklektionen mehr als nur physisch anwesend gewesen.

Mirjam, 17

2 Gedanken zu „Informatikunterricht am Gymnasium

  1. A. Dratva

    Hallo, Mirjam

    Habe Deinen Bericht gelesen, und er tönt (leider) genau so, wie viele andere.

    Dies versuchen wir (IngCH.ch) seit einigen Jahren zu verändern, indem wir Gymnasien konzentrierte Informatikwochen anbieten. Was heisst das? Kurz erklärt:
    – wir durchleuchten, was Informatik wirklich ist (NICHT die Anwendung von Word, .xls & co) sondern wie und warum solche Programme und ähnliche Apps entstehen
    – wir zeigen die Berufsbilder auf („was werd‘ ich und was kann ich, wenn ich mal Informatik studiert habe :-/??“)
    – wir besuchen die ETH, Fachhochschulen und Unis, wo Informatik auf verschiedenen Niveaus studiert werden kann, und stellen dieses Studium in ZusArbeit mit Studenten vor
    – wir besuchen IT Unternehmen
    – es gibt wirklich coole Workshops aller Arten (Programmieren, … oder nur prinzipiell Entwerfen einer App, KnobelWS, LEGO Mindstorms, …)
    – es gibt wirklich interessante Präsentationen von Leuten, die wissen, was Informatik ist
    – UND SO WEITER (grossgeschrieben!)

    Also, wenn Du mir sagst, an welchem Gymi Du lernst, kann ich ev. mit Deinen Lehrern oder dem Rektorat Kontakt aufnehmen und ihnen so eine Woche anbieten. Vielleicht wird was draus.

    Dass es klar ist: wir machen KEINE Werbung für KEINE Unternehmen, wir versuchen nur, Nachwuchskräfte für unsere Wirtschaft zu gewinnen, und dies via Engagement bei Schulen wie Deiner.
    Und übrigens – die Woche ist für Schulen (fast) kostenlos. Das Essen und den Transport müssten die TeilnehmerInnen selber berappen, wie sonst auch.

    Freue mich auf Deine Antwort!

    Liebe Grüsse,

    Das IngCH Team

    Antworten
    1. Raphael

      Leider ist es heutzutage normal dass der Informatikuntericht in den Schulen überhaupt nichts mit der richtigen Informatik zu tun hat. Viel zu viele Lehrer setzen auf einen Stoffplan, der total veraltet ist und bei welchem genau etwas mit Informatik zu tun hat: die Arbeit mit dem PC.

      Ich finde deshalb diese Idee genial und sehr fördernd! Macht weiter so :)

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